Ein Leben für die Pflege in Nürnberg: Bundesverdienstkreuz für Schwester Maria Johanna Hierl
Sr. Maria Johanna Hierl, viele Jahre Leiterin der Berufsfachschule für Pflege und Oberin im heutigen Krankenhaus Martha-Maria St. Theresien in Nürnberg wurde in München mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Der Verdienstorden, umgangssprachlich auch als Bundesverdienstkreuz bezeichnet, ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.
Gelebte Nächstenliebe
In einer offiziellen Mitteilung hob die bayerische Kultusministerin Anna Stolz die Verdienste von Sr. Maria Johanna hervor: „Schwester Maria Johanna war Tag und Nacht für Patientinnen und Patienten, Angehörige, Pflege- und Verwaltungskräfte sowie Ärztinnen und Ärzte da. Sie hatte immer ein offenes Ohr und einen klugen Rat. Als langjährige Schulleiterin prägte sie mit großer Leidenschaft und fachlicher Kompetenz über viele Jahre hinweg die Ausbildung zahlreicher Pflegekräfte. Besonders beeindruckt hat mich ihr wertvolles Engagement im Bereich der Palliativpflege: Wo andere wegschauen, schenkt sie Mut. Wo manchen die Worte fehlen, spendet sie Trost. Mit ihrer Menschlichkeit und gelebten Nächstenliebe ist sie ein echtes Vorbild für andere. Sie zeigt auf eindrucksvolle Weise: Ein einzelner Mensch kann einen großen Unterschied machen. Ich danke Schwester Maria Johanna von Herzen für ihren unermüdlichen Einsatz!“
Sr. Maria Johanna selbst möchte nach eigenen Worten das Bundesverdienstkreuz auch als Wertschätzung für die Kongregation sehen. „Als ich anfangs von der Auszeichnung erfuhr, dachte ich ´Ich habe ja schon mein Ordenskreuz, da brauche ich doch kein anders mehr´“, sagte sie schmunzelnd.
Prägte die Ausbildung als Schulleiterin
Als sie 1970 ihre Ausbildung zur Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerin begann, ahnte sie noch nichts von ihrer zukünftigen Laufbahn. Im Noviziat bat sie darum, ein berufsfremdes Praktikum machen zu dürfen und so arbeitete sie einige Wochen im St. Barbara-Krankenhaus in Schwandorf. Danach war klar, dass sie eine Ausbildung zur Krankenschwester machen wollte. Dieser Wunsch führte sie in die Pflegeschule des Kreiskrankenhauses in Kronach. Von dort wurde sie als frisch examinierte Pflegekraft von der Ordensleitung ins St. Theresien-Krankenhaus nach Nürnberg gesandt.
Von 1973 bis 1989 arbeitete sie dort in der Chirurgie, auf der Intensivstation und der Station für schwerkranke Patientinnen und Patienten, zum Schluss als Stationsleitung. Anschließend absolvierte sie ein Studium der Pflegepädagogik in Freiburg und übernahm 1992 die Leitung der Berufsfachschule für Krankenpflege. Bis 2003 begleitete sie in dieser Funktion viele Jahrgänge von Schülerinnen und Schüler, mit denen sie teilweise bis heute noch in Kontakt steht.
Große Verantwortung als Oberin
Von 2003 bis 2015 stand sie als Oberin der Krankenhausgemeinschaft St. Theresia in Nürnberg vor und trug nicht nur Verantwortung für das geistliche und organisatorische Leben der Gemeinschaft sondern gehörte auch der Krankenhausleitung an in einer Zeit, die maßgeblich die Entwicklung des ehemaligen Belegkrankenhaues St. Theresien zu einer modernen Klinik der Grund- und Regelversorgung prägte.
Auch über Nürnberg hinaus blieb sie dem Dienst am Menschen verbunden: Von 2015 bis 2024 wirkte sie als Oberin im St.-Josefs-Heim in München. Heute unterstützt sie die Seelsorge im Münchner Pfarrverband Haidhausen mit Besuchsdiensten und beim Kirchenschmuck.
Wie stark die Verbindung nach Nürnberg noch ist, zeigt der Kreis ganz unterschiedlichster Menschen, die sich Sr. Maria Johanna bis heute verbunden fühlen und die den Vorschlag für den Verdienstorden auf den Weg gebracht und nach Kräften unterstützt haben. Umso größer war die Freude auch bei ihnen, als in Vertretung der bayerischen Kultusministerin Anna Stolz, deren Büroleiter Ministerialdirigent Christian Bruchhäuser, die hohe Auszeichnung an Sr. Maria Johanna in Rahmen einer Feierstunde im Kultusministerium überreichte.